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Jubiläum - Bunter Abend der Schachfreunde Pfullingen zur Fünfzig-Jahr-Feier. Ehrungen, Musik und »lebendes Schachspiel«. Viele Ehrengäste in den Pfullinger Hallen
Der Zauber des Spiels
VON DIETER REISNER
PFULLINGEN. Als begeisterter Schachspieler kam Willi Leuze vor mehr als 50 Jahren nach Pfullingen. Am Freitag ehrten die Schachfreunde bei ihrer 50-Jahr-Feier ihr Gründungsmitglied gemeinsam mit Ernst Senner für die verdienstvolle Arbeit.
Als lebende Schachfiguren spielte die Jugend der Schachfreunde beim Festabend in den Pfullinger Hallen eine knifflige Partie zweier berühmter Meister des Schachspiels nach.
FOTO: REISNER
Ein halbes Jahrhundert nach der Gründung zählen die Pfullinger zu den größten Schachvereinen im Ländle und genießen in ganz Deutschland hohes Ansehen. »Wenn die Schachfreunde den Bundeskongress ausrichten, sagt das über die Anerkennung weit über unsere regionalen Grenzen hinaus schon sehr viel«, würdigte Bürgermeister Rudolf Heß die Leistung des Vereins.

»Der Verein leistet grundsolide Arbeit«

Mit preisenden Reden honoriger Persönlichkeiten, mit der Welturaufführung einer deutschen Version des Musicals »Chess«, Tombola, feinem Essen, Musik und einem lebendigen Schach der Jugendgruppe feierten die Freunde des königlichen Brettspiels am Freitagabend.

Der Rathauschef lobte die »grundsolide Vereinsarbeit, die auch der Jugend zugute kommt«, und betonte den »hervorragenden Ruf«, den der Verein in ganz Deutschland genieße. »Zufall spielt beim Schach keine Rolle«, erklärte Heß. Hier komme es allein auf das Können des Spielers an und rechnete erstaunt vor, dass die »ersten zehn Züge die unvorstellbare Zahl von 170 Quadrilliarden Möglichkeiten bieten. Da kommen wir von der Kommunalpolitik nicht mehr mit.«

Heß überreichte Dieter Einwiller ein Schachbrett mit einem Geldgeschenk. Der Vorsitzende der Schachfreunde blickte in seiner Rede auf die bewegte Geschichte des Vereins zurück.

Der Bürgermeister wünschte allen neunzig Delegierten des Kongresses, die auch zum Festakt gekommen waren, gute Gespräche. Unter den Gästen waren die Schachgroßmeister Wolfgang Unzicker, Klaus Darga, Lothar Schmid und Uwe Bönsch.

Einwiller moderierte gemeinsam mit seinem Stellvertreter Klaus Rogge das Programm. Der Vorsitzende, so zeigte sich in den Reden von Alfred Schlya (Präsident des Deutschen Schachverbandes), Hanno Dürr (Präsident des Schachverbandes Württemberg) sowie Hans Pietsch (Schachverein Reutlingen) und Theo Brenner (Arbeitsgemeinschaft sporttreibender Vereine), hatte mit seinem Engagement wie auch seinem Organisationstalent maßgeblichen Einfluss darauf, dass der Bundeskongress der Schachspieler, bei dem die Richtlinien für die Schacholympiade in Dresden 2008 festgelegt wurden, in der Echazstadt tagte.

Schlya würdigte die Arbeit der Pfullinger und lobte die wunderschöne Gegend. Hanno Dürr betonte, dass sich auf dem Kongress wie auch bei der Feier Basis und Spitze begegnen und wünschte, die Zukunft möge ebenso gut gelingen wie die Vergangenheit.

»Der Zufall spielt beim Schach keine Rolle«

»Wenn die Mitglieder dem agilen Vorsitzenden folgen, mache ich mir da keine Sorgen.« 32 von ihnen bewiesen beim lebendigen Schach wie engagiert sie sind. Monatelang hatte die Jugendgruppe die Partie in 18 Zügen aus dem Jahre 1858 zwischen Paul Morphy und dem Herzog von Braunschweig, Carl Isouard, eingeübt.

Für einen musikalischen Höhepunkt sorgten Gundula Koch und Jörg Bernhardt. Die beiden sangen Ausschnitte des Musicals »Chess« erstmals auf deutsch. Der Bergsteigerchor der Pfullinger Bergwacht umrahmte das bunte Programm. (GEA)
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